5 Schritte, um dich selbst zu verstehen und bewusst zu handeln
In den letzten zwei Jahren, in denen ich mit Klienten gearbeitet habe, habe ich etwas immer deutlicher erkannt, das für meine Arbeit sehr wichtig geworden ist:
Menschen brauchen nicht jemanden, der ihnen sagt, wie sie ihr Leben leben sollen. Sie müssen sich selbst gut genug verstehen lernen, um ihren eigenen gesunden Weg nach vorne zu finden.
Als ich angefangen habe, in Deutschland in der psychologischen Beratung zu arbeiten, habe ich viele unterschiedliche Methoden genutzt, die ich während meiner Ausbildung und meiner zusätzlichen Qualifikationen gelernt habe. Meine Arbeit wurde dabei besonders durch verhaltenstherapeutische Ansätze, Schematherapie, Gewaltfreie Kommunikation, die Arbeit mit inneren Anteilen, Psychoedukation sowie Ansätze zum Verständnis unbewusster Muster und erlernter Reaktionen geprägt.
Das sind nicht einfach irgendwelche Ideen, die ich mir selbst ausgedacht habe. Die Grundlage kommt aus etablierten psychologischen Ansätzen und aus dem Wissen, das ich während meiner Ausbildung und Weiterbildungen gelernt habe.
Aber mit der Zeit kam noch etwas Entscheidendes dazu: Erfahrung.
Nach fast zwei Jahren, in denen ich Menschen begleitet, ihre Geschichten gehört, gemeinsam mit ihnen Muster erkannt und beobachtet habe, was ihnen tatsächlich geholfen hat, Veränderungen in ihrem Alltag umzusetzen, hat sich für mich eine immer klarere Struktur entwickelt.
Daraus entstand mein 5-Schritte-System: Dein Weg zu mehr Klarheit.
Warum ich ein System daraus entwickelt habe
Eine Sache habe ich in meiner Arbeit immer wieder gesehen:
Menschen wissen häufig, dass irgendetwas nicht stimmt, lange bevor sie verstehen, was eigentlich dahintersteckt.
Vielleicht sagen sie:
„Ich weiß nicht, warum ich immer wieder so reagiere.“
„Ich weiß, dass diese Beziehung nicht gesund ist, aber ich weiß nicht, was ich verändern soll.“
„Ich weiß eigentlich, was ich tun sollte, aber trotzdem falle ich immer wieder in dieselben Muster zurück.“
„Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich brauche.“
Oder einfach:
„Ich weiß nicht einmal genau, was eigentlich los ist oder wo ich anfangen soll. Alles fühlt sich chaotisch an. Ich weiß nur, dass sich etwas verändern muss.“
Und genau deshalb glaube ich nicht daran, dass wir sofort zu Lösungen springen sollten.
Wenn wir lediglich versuchen, ein Verhalten zu verändern, ohne zu verstehen, was darunterliegt, können wir vielleicht kurzfristig das verändern, was von außen sichtbar ist – während das eigentliche innere Muster bestehen bleibt.
Für mich geht es deshalb darum, tiefer zu schauen.
Was passiert gerade? Warum passiert es? Was wird in mir ausgelöst? Was brauche ich eigentlich? Was glaube ich in diesem Moment über mich selbst? Und wie könnte eine gesündere Reaktion aussehen?
Von dort aus kann Veränderung viel persönlicher und nachhaltiger werden.
Mein 5-Schritte-Weg für dich
Schritt 1 – Den Kern definieren
Wir beginnen damit, dein Leben ehrlich anzuschauen.
Wo steckst du fest? Was fühlt sich nicht mehr richtig an? Wo erlebst du immer wieder Konflikte, Angst, Frustration, Überforderung, Wut, Unsicherheit oder Unzufriedenheit?
Manchmal versuchen wir, zehn unterschiedliche Probleme gleichzeitig zu lösen, obwohl mehrere davon eigentlich mit demselben tieferliegenden Thema verbunden sind.
Im ersten Schritt geht es deshalb darum, alles erst einmal so weit herunterzubrechen, dass wir erkennen können:
Woran arbeiten wir eigentlich wirklich?
Anstatt ständig jedes kleine Feuer einzeln zu löschen, beginnen wir nach dem Kern zu suchen.
Dabei bewerten wir nicht sofort, was wir finden. Wir beginnen einfach damit, Zusammenhänge zu erkennen und zu schauen, wo bestimmte Themen in unterschiedlichen Bereichen deines Lebens auftauchen.
Gleichzeitig bauen wir Vertrauen in unserer gemeinsamen Arbeit auf – aber auch etwas, das mindestens genauso wichtig ist:
Vertrauen in dich selbst.
Du lernst, ehrlich hinzuschauen, was in dir passiert, ohne dich dafür sofort zu verurteilen, davor wegzulaufen oder das Gefühl zu haben, dich sofort „reparieren“ zu müssen.
Schritt 2 – Erstelle deine eigene Self-Mindmap
Ich liebe es, meinen Klienten dabei zu helfen, das, was innerlich passiert, sichtbar zu machen.
Wir schauen uns unterschiedliche Lebensbereiche an: Beziehungen, Familie, Arbeit, Träume, Verantwortungen, Ängste, Werte, Bedürfnisse, Grenzen, Belastungen und die Dinge, von denen du dir wünschst, dass sie anders wären.
Denn manchmal fühlen sich unsere Gedanken nur deshalb so unglaublich kompliziert an, weil alles gleichzeitig in unserem Kopf passiert.
Sobald wir anfangen, diese einzelnen Teile vor uns zu legen, werden Muster sichtbar.
Du beginnst, dich selbst zu verstehen, anstatt dich nur zu beurteilen.
Und dieses Verständnis ist unglaublich wichtig für den nächsten Schritt.
Mit der Mindmap, die du über dich selbst erstellst, beginnst du immer klarer zu verstehen:
Wer bin ich eigentlich? Was möchte ich wirklich? Was brauche ich? Was gehört in mein Leben – und was möchte ich nicht länger so nah bei mir haben?
Wir beginnen damit, dich zu definieren.
Ich sehe das manchmal fast wie dein eigenes persönliches Handbuch oder deine eigene Mindmap.
Das ist nichts, was wir in einer einzigen Sitzung fertigstellen. Es wird über die Zeit, in der wir zusammenarbeiten, immer klarer.
Je besser du dich selbst verstehst, desto leichter kannst du erkennen, was wirklich zu dir passt – und was nicht.
Schritt 3 – Deine Trigger erkennen
Hier beginnen wir, tiefer zu gehen.
Ein Trigger hat meistens nicht nur mit dem zu tun, was vor fünf Sekunden passiert ist.
Manchmal berührt eine Situation eine alte Überzeugung, ein unerfülltes Bedürfnis, ein erlerntes Verhaltensmuster oder etwas, das unser Gehirn irgendwann mit Gefahr, Ablehnung, Versagen, Verlassenwerden oder dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, verbunden hat.
Besonders die Schematherapie und andere psychologische Ansätze haben meine Sicht auf solche Muster stark geprägt.
Anstatt nur zu fragen:
„Warum reagiere ich so?“
können wir anfangen zu fragen:
„Was versucht mir diese Reaktion eigentlich zu sagen?“
Wir können die Emotion anschauen, das Bedürfnis dahinter erkennen, die damit verbundenen Gedanken verstehen und herausfinden, welche Überzeugungen oder Muster die Reaktion möglicherweise unbewusst beeinflussen.
Das Ziel ist nicht, nie wieder getriggert zu werden.
Das Ziel ist, früh genug zu erkennen, was gerade passiert, damit der Trigger nicht automatisch entscheidet, was du als Nächstes tust.
Genau dort bekommen wir unsere Entscheidungsmöglichkeiten zurück.
Und manchmal erkennen wir an dieser Stelle auch, was wir vergeben müssen, was wir loslassen dürfen oder wo wir unsere Grenzen verändern müssen – für uns selbst.
Nicht, um einen anderen Menschen zu kontrollieren.
Nicht, um jemanden dazu zu bringen, sich zu verändern.
Sondern um zu verstehen, wofür wir selbst Verantwortung tragen – und wofür nicht.
Schritt 4 – Dein Fundament aufbauen
Ein Muster zu erkennen, kann unglaublich kraftvoll sein.
Aber Erkenntnis allein verändert unser Leben noch nicht.
Wir brauchen auch etwas Neues, worauf wir stehen können.
Hier arbeiten wir an deinen Werten, Grenzen, Bedürfnissen, deiner Kommunikation, deinen Überzeugungen, deiner Verantwortung und deiner Identität.
Die Gewaltfreie Kommunikation hat diesen Teil meiner Arbeit stark beeinflusst.
Denn zu lernen, Emotionen und Bedürfnisse zu erkennen, ohne sofort in Schuldzuweisungen zu gehen, kann komplett verändern, wie wir uns selbst verstehen und wie wir mit anderen Menschen kommunizieren.
Wir schauen außerdem auf die unterschiedlichen inneren Anteile in uns.
Vielleicht gibt es einen ängstlichen Anteil.
Einen wütenden Anteil.
Einen beschützenden Anteil.
Einen Anteil, der es allen recht machen möchte.
Oder einen Anteil, der irgendwann gelernt hat, dass es sicherer ist, still zu bleiben, als seine Meinung auszusprechen.
Anstatt diese Reaktionen einfach zu bekämpfen, können wir neugierig darauf schauen:
Woher kommen sie? Welche Aufgabe hatten sie vielleicht einmal? Und brauche ich sie heute noch auf dieselbe Art und Weise?
Von dort aus beginnen wir, gesündere Reaktionen aufzubauen.
Nicht aus Scham. Nicht aus Druck. Sondern dadurch, dass du dich selbst besser verstehst und die Wahrheit über dich erkennst.
Je klarer dein eigenes Fundament wird, desto weniger Macht haben Situationen um dich herum, ständig neu zu definieren, wer du bist.
Schritt 5 – Lebe es jeden Tag
Für mich ist das vielleicht sogar der wichtigste Schritt.
Ich möchte nicht, dass meine Klienten abhängig von Coaching oder Beratung werden.
Eigentlich möchte ich genau das Gegenteil.
Ich möchte, dass du diesen Prozess irgendwann so gut verstehst, dass du selbst mit dir hindurchgehen kannst.
Denn wirkliche Veränderung passiert außerhalb einer Sitzung.
Sie passiert, wenn du in deiner Ehe einen Trigger bemerkst.
Wenn du erkennst, dass du im Kontakt mit deinen Eltern wieder in ein altes Muster zurückfällst.
Wenn du merkst, dass du deine eigenen Grenzen wieder ignorierst.
Oder wenn du eine starke Emotion spürst und, anstatt sofort darauf zu reagieren, kurz innehalten und dich fragen kannst:
Was fühle ich gerade?
Was brauche ich?
Was glaube ich gerade?
Ist diese Überzeugung wirklich wahr?
Und welche Handlung passt zu der Person, die ich sein möchte?
Genau dort wird Wissen langsam zu einer neuen Art zu leben.
Das Ziel ist Unabhängigkeit
Das ist eine der wichtigsten Dinge, die ich durch meine Erfahrung mit Klienten gelernt habe.
Ich möchte keine Beziehung aufbauen, in der jemand ständig mich braucht, um zu wissen, was er tun soll.
Ich möchte Menschen Werkzeuge geben.
Ich möchte, dass meine Klienten lernen, ihre eigenen Muster zu erkennen, ihre Emotionen zu verstehen, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren, gesunde Grenzen zu setzen, ungesunde Überzeugungen zu hinterfragen, bewusste Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für das Leben zu übernehmen, das sie gestalten.
Und in den letzten zwei Jahren durfte ich bei meinen Klienten beobachten, wie genau das langsam passiert.
Sie bringen ihre eigenen Erkenntnisse mit in die Sitzungen.
Sie erkennen Muster, bevor ich sie darauf hinweise.
Sie beginnen, sich selbst die Fragen zu stellen, die wir früher gemeinsam durchgearbeitet haben.
Und für mich ist genau das Fortschritt.
Das Ziel ist nicht, ein perfektes Leben aufzubauen, in dem du nie wieder Schwierigkeiten hast.
Das Ziel ist, ein Fundament und einen Prozess zu haben, die dir helfen, durch Schwierigkeiten hindurchzugehen, wenn sie kommen.
Psychologie gibt uns Werkzeuge – deinen Weg gehst trotzdem du
Mein 5-Schritte-System ist keine neue psychotherapeutische Methode, und diese Unterscheidung ist mir wichtig.
Es ist meine Art, die Werkzeuge, Prinzipien und Ansätze, die meine Arbeit beeinflussen, in eine Struktur zu bringen, die für meine Klienten verständlich und praktisch anwendbar ist.
Die Grundlage basiert auf dem, was ich während meiner Ausbildung und meiner zusätzlichen Qualifikationen gelernt habe – darunter verhaltenstherapeutische Ansätze, Schematherapie, Gewaltfreie Kommunikation, Arbeit mit inneren Anteilen, Psychoedukation und das Verständnis von erlernten und unbewussten Mustern.
Die Struktur selbst ist dann durch mehr als zwei Jahre praktische Erfahrung in der Arbeit mit Menschen gewachsen.
Ich durfte beobachten, was Menschen dabei geholfen hat, von Chaos zu Verständnis – und von Verständnis zu Handlung zu kommen.
Denn letztendlich kann ich dir Werkzeuge geben.
Ich kann dir Fragen stellen.
Ich kann dir helfen, Muster zu erkennen, die du alleine vielleicht nur schwer sehen kannst.
Aber:
Ich kann deinen Weg nicht für dich gehen.
Und das möchte ich auch nicht.
Ich möchte, dass du irgendwann an einen Punkt kommst, an dem du sagen kannst:
Ich verstehe mich selbst besser.
Ich erkenne, was in mir passiert.
Ich kenne meine Werte und meine Grenzen.
Ich weiß, wie ich die Muster hinterfragen kann, die früher mein Leben kontrolliert haben.
Und ich weiß, wie ich meinen nächsten Schritt bewusst wählen kann.
Genau das bedeutet „Dein Weg zu mehr Klarheit“ für mich.
Nicht, dass jemand anderes dir alle Antworten gibt.
Sondern dass du lernst, selbst Klarheit zu finden, Verantwortung für dein eigenes Leben zu übernehmen und deinen eigenen Weg wieder selbstbewusst zu gehen.



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